Zu Gast in der Hufeland-Klinik: Bestsellerautor Dany R. Wood über Rehakliniken, Kreativität und die Kraft des Humors

Ein Mann, dem die Atmosphäre und Abläufe einer Rehaklinik wohl bekannt sind: Erfolgsautor Dany R. Wood zu Gast in der Hufeland-Klinik.

Wenn Dany R. Wood die Hufeland-Klinik betritt, fühlt sich vieles überraschend vertraut an. Obwohl sein Roman „Der tote Kurschatten von Sylt“ in einer Rehaklinik auf der Nordseeinsel spielt, entstand das Grundgefühl dieser Geschichte nicht an der Küste – sondern Jahre zuvor in einer Rehaklinik im Saarland.

Heute ist der Bestsellerautor wegen seines Vaters, der in der Hufeland-Klinik pneumologisch rehabilitiert wird, bei uns. Dabei nimmt er sich Zeit für ein Gespräch über Kreativität, Familie, Humor – und darüber, warum eine Reha manchmal mehr mit seinen Büchern zu tun hat, als man zunächst vermuten würde.

„Ich musste kaum recherchieren.“

Bevor Daniel Recktenwald unter seinem Pseudonym Dany R. Wood seit 2013 zum erfolgreichen Selfpublisher wurde, arbeitete er selbst drei Jahre in einer Rehaklinik – an der Rezeption und als Zivildienstleistender auf Station.

„Ich musste für das Buch eigentlich kaum recherchieren. Das war Recherche am eigenen Leib.“

Die Abläufe einer Rehaklinik kenne er bis heute genau.

„Ich wusste, wie sich so ein Haus anfühlt. Ich habe die Handlung einfach nach Sylt verlegt.“

Der tote Kurschatten von Sylt ist dabei kein völlig eigenständiges Projekt, sondern ein Spin-off seiner erfolgreichen Saarland-Krimireihe rund um die beliebte Figur Jupp Backes.

Vom Arbeitslosen zum Bestsellerautor

Dass Dany R. Wood heute vom Schreiben lebt, war keineswegs selbstverständlich.

Als er 2013 seinen ersten Roman veröffentlichte, war er arbeitslos. Einen Kreativkurs habe er nie besucht.

„Ich bin Autodidakt.“

Seinen Debütroman schrieb Wood während eines Aufenthalts am Bondi Beach in Sydney – an jenem Ort, an dem er sich während seines Auslandssemesters vorgenommen hatte:

„Irgendwann komme ich zurück und schreibe hier einen Roman.“ 

Genau das tat er.

Der Roman war bereits kurz nach Erscheinen ausverkauft. Dabei half ihm nicht nur ein PR-Berater, der an seine außergewöhnliche Geschichte glaubte, sondern vor allem seine eigene Hartnäckigkeit. Die Süddeutsche Zeitung beschrieb seinen ungewöhnlichen Weg später treffend mit den Worten: „Frechheit siegt.“

„Ich habe beim ZDF angerufen und gesagt: ‚Ich habe auch ein Buch geschrieben – laden Sie mich doch mal ein.‘“

Was verrückt klingt, funktionierte tatsächlich. Es folgten Auftritte in Fernsehen, Radio und zahlreichen Zeitungen.

Kreativität braucht manchmal einen Ortswechsel

Heute lebt der Saarländer in München und sucht nach Inspiration in den Bergen.

„Sonntags gehe ich gerne rund um München wandern. Diese himmlische Ruhe – das genieße ich inzwischen richtig.“

Besonders die kleinen Berghütten hätten es ihm angetan.

„Durchschnaufen. Auf andere Gedanken kommen. Genau da entstehen oft neue Geschichten.“

Überhaupt glaubt er, dass ein Ortswechsel Kreativität fördert.

Geschrieben hat er daher längst nicht nur in Sydney, sondern auch in Südafrika, Thailand oder auf Reisen durch andere Länder – viele davon finden später als Schauplätze ihren Weg in seine Bücher.

Warum ausgerechnet die Hufeland-Klinik?

Diesmal führte ihn allerdings keine Recherche nach Bad Ems. 

Sondern sein Vater.

Bei der Suche nach einer geeigneten Einrichtung habe er bewusst auf Qualität geachtet.

„Ich wollte für meinen Vater die bestmögliche Versorgung.“

Der pneumologische Schwerpunkt der Hufeland-Klinik habe ihn überzeugt.

Auch die zahlreichen positiven Google-Bewertungen seien für seine Entscheidung wichtig gewesen.

„Den Humor habe ich von meinem Vater.“

Wer Dany R. Woods Bücher kennt, merkt schnell: Humor ist für ihn kein Stilmittel, sondern eine Haltung.

„Humor und Leichtigkeit sind ganz wichtig.“

Diese Fähigkeit habe er von seinem Vater geerbt.

Selbst dessen Erkrankung habe daran nichts geändert.

„Er nimmt das Leben, wie es kommt.“

Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum seine Geschichten Menschen oft gerade in schwierigen Lebensphasen erreichen.

Wenn Bücher mehr werden als Unterhaltung

Dany R. Wood weiß, dass Lesen weit mehr sein kann als bloßer Zeitvertreib.

„Eine Leserin hat mir mal geschrieben, dass ihre Trauerbewältigungsgruppe mein Buch gemeinsam liest. Das hat mich sehr berührt.“

Für kurze Zeit könne Literatur Krankheit, Sorgen oder Trauer in den Hintergrund treten lassen.

„Man taucht in eine andere Welt ein.“

Gerade deshalb freue er sich besonders, der Hufeland-Klinik ein Exemplar seines Romans zu schenken.

Sein Wunsch an die zukünftigen Leserinnen und Leser?

„Viele schöne und lustige Lesestunden. Einfach mal in eine andere Welt abtauchen und den Klinikalltag für einen Moment vergessen.“

Schreiben ist Familiensache

Trotz seines Erfolgs ist Dany R. Wood bis heute eng mit seiner Familie verbunden.

Seine Mutter lese jedes Manuskript und ihr Feedback sei „unglaublich wertvoll.“

Besonders bei allzu derber Sprache lege sie den Finger in die Wunde.

Ihre Lieblingsbemerkung sei allerdings eine andere:

„Das hätte bei uns sein können.“

Genau das freut ihn.

Denn Woods Geschichten handeln bewusst von ganz normalen Menschen.

Auch praktisch unterstützt die Familie ihn bis heute.

Zwei Zimmer im Elternhaus dienen inzwischen als Warenlager seines Verlages. Früher fuhr sein Vater Bücher selbst aus – solange es seine Gesundheit zuließ.

„Das ist echter Familienzusammenhalt.“

Ein bisschen Miss Marple – mit ganz viel Herz

Zum Abschluss bringt Dany R. Wood seine Bücher selbst auf den Punkt:

„Wer Miss Marple mag, wird meine Bücher lieben.“

Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis seines Erfolgs: spannende Kriminalfälle, liebenswerte Figuren, viel Humor – und Geschichten, die zeigen, dass selbst in schwierigen Zeiten ein Lächeln manchmal die beste Medizin sein kann.

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