Pneumologische Rehabilitation

Rehabilitative Pneumologie

Rehabilitation

Ganzheitliche und individuelle Rehabilitation.

Unsere Rehamaßnahmen zielen auf Linderung von Luftnot, Husten, Verschleimung, Kraftverlust, Schmerzen, begleitenden Ängsten und Depression sowie anderen Beschwerden und gleichzeitiger Steigerung der Lebensqualität sowie Leistungsfähigkeit in Alltag und Beruf. In ganzheitlichem Ansatz wird ein individuell angepasstes Behandlungs-, Schulungs- und Trainingsprogramm erstellt und Hilfe zur Selbsthilfe gegeben. Ziel ist es, dass nach den ersten Fortschritten während der in der Regel dreiwöchigen Rehabilitation das Erlernte zuhause fortgesetzt und somit nachhaltig und langfristig eine weitere Verbesserung erreicht wird.

Als Pneumologisches Zentrum mit Pneumologischer Akutabteilung, Intensiv- und Beatmungsstation sowie großem Schlaflabor gewährleistet die Hufeland-Klinik ihren Rehapatienten optimale Hilfe bei akuter Verschlechterung der Symptomatik. Die ganze Bandbreite der nichtoperativen Pneumologie wird abgedeckt. So bestehen an der Klinik auch drei ambulante Lungensportgruppen mit unterschiedlichen Leistungsstufen, auch für Menschen mit Langzeit-Sauerstofftherapie.

Behandlungsfelder

• COPD alle Stadien, Asthma bronchiale alle Arten, Lungenemphysem einschließlich Vor- und Nachbehandlung bei Lungenvolumenreduktion endoskopisch (Ventile, Coils) oder chirurgisch
• Lungengerüsterkrankungen, Lungenfibrose, Sarkoidose, Kollagenosen u. a.
• Pulmonale Hypertonie, Lungenhochdruck, Chronisches Cor pulmonale
• Erkrankungen, die eine Langzeitsauerstoff- und/oder eine nicht invasive (Heim-) Beatmungstherapie erfordern
• AHB, Nachbehandlung aller Operationen, schweren Erkrankungen (Pneumonie, ARDS, nach Langzeitbeatmung und ECMO, Pleuraempyem, Lungenembolie)
• Verletzungen an den Atemorganen sowie bei bösartigen Erkrankungen auch nach Chemotherapie und Bestrahlung
• Vor- und Nachbehandlung bei Lungentransplantation
• Bronchiektasen, Cystische Fibrose (Mukoviszidose)
• Chronischer Husten
• Chronische und allergische Erkrankungen der oberen Atemwege (Rhinitis, Sinusitis)

Bei Schlafapnoesyndrom und Obesitashypoventilationssyndrom ist die Rehabilitation mit Trainings- und Ernährungstherapie sinnvoll. Bei Verdacht auf eine derartige Erkrankung kann während des Aufenthalts eine cardiorespiratorische Polygrafie als Screening durchgeführt werden. (Eine komplette Ersteinstellung auf eine Beatmungstherapie kann in der Rehabilitation jedoch nicht erfolgen.)

Grundsätzliche Voraussetzungen vor Aufnahme

• Kostenzusage muss vor Antritt der Reha gesichert sein.
• Eine geeignete Medizinische Indikation muss vorliegen.
• Eine positive Rehaprognose muss vorliegen.
• Rehafähigkeit, ausreichende körperliche und geistige Belastbarkeit sowie Motivation ebenso. Stark eingeschränkte Menschen können wir komplett im eigenen Zimmer behandeln. Jedoch muss man hinsichtlich Essen, Toilettengang, der vollständigen Körperpflege sowie des etwaigen Benutzens von Hilfsmitteln (z. B. Heimbeatmungsgeräten) selbständig sein und sich auch eigenständig im Zimmer bewegen können.
• Eine Besiedelung mit multiresistenten Erregern darf nicht vorliegen. War dies der Fall, müssen drei an verschiedenen Tagen entnommene Proben bzw. Abstriche der betreffenden Körperregion mikrobiologisch untersucht werden und Keimfreiheit nachweisen.

Behandlungsablauf

Ablauf der Rehamaßnahme

Am Anfang erfolgen eine umfassende Anamnese und Ganzkörperuntersuchung, Lungenfunktion, Blutgasanalyse, EKG, Blutuntersuchungen, 6 Minuten Gehtest, bei Erfordernis Röntgen und weitere diagnostische Maßnahmen.

Ausgehend von der aktuellen Krankheitssituation mit Funktionseinschränkungen werden unter Berücksichtigung von persönlichen und psychosozialen Kontextfaktoren mit dem Rehabilitanden individuelle Rehaziele vereinbart und ein angepasstes Therapiekonzept erstellt. Häufig bestehen Begleiterkrankungen am Herz- Kreislaufsystem, am Stoffwechsel, orthopädische, psychische und andere, die wir im Rahmen unserer Möglichkeiten mitbehandeln.

Die bestehende pneumologische und medikamentöse Therapie wird fachärztlich überprüft und falls erforderlich optimiert.

Die individuell zusammengestellte rehabilitative Therapie erfolgt im multiprofessionalen Team in stetigem fachlichen Austausch und wird entsprechend der Entwicklung ständig angepasst. Erforderliche Hilfsmittel, z. B. eine Sauerstoff-Langzeittherapie, werden verordnet mit entsprechend qualifizierter Einweisung.

Am Ende erfolgen Abschlussuntersuchungen und -gespräche. Empfehlungen für weitere Maßnahmen werden gegeben, anschließender Rehasport (Lungensportgruppe) kann verordnet werden. Für Rehabilitanden der DRV, die noch nicht Altersrentner sind, wird eine sozialmedizinische Leistungsbeurteilung erstellt. Eine stufenweise Wiedereingliederung ins Berufsleben kann ebenso folgen wie Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, etwa eine berufliche Umorientierung.

Ziele der Rehamaßnahme

Rehabilitation ist die Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung folgender Funktionen und Fähigkeiten:

• Die Fähigkeit, alltägliche Tätigkeiten der Selbstversorgung, das Gehen, Treppensteigen und Bewegen zu verbessern.
• Drohender Pflegebedürftigkeit und Erwerbsunfähigkeit entgegen zu wirken, die Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu steigern.
• Bleibende Einschränkungen durch Erkrankungen, Verletzungen und Operationen zu minimieren und eine möglichst gute Lungenfunktion wiederherzustellen.
• Die zur Verfügung stehenden medikamentösen und nicht medikamentösen Behandlungen und Hilfsmittel bestmöglich zu nutzen.
• An die jeweilige Erkrankung angepasste Atem- und Hustentechniken, die richtige und effektive Art des körperlichen Trainings sowie andere gesundheitsfördernde Verhaltensweisen zu erlernen und schädliche einzustellen.
• Die Selbstwahrnehmung und Selbstwirksamkeit bei Atmung und Bewegung, bei körperlichen und seelischen Belastungen zu steigern sowie Bewegung und Atmung zu harmonisieren.
• Die Entspannungsfähigkeit und das Stressmanagement zu verbessern.
• Die negativen Folgen von Krankheiten, körperlich wie seelisch, sozial (Isolation) wie beruflich und allgemein zu bessern.
• Die Fähigkeit, sich bei akuter Luftnot und anderen Beschwerden selbst zu helfen.

Die Wirksamkeit der Pneumologischen Rehabilitation ist durch eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien sehr gut belegt. Bei der sehr häufigen Erkrankung COPD („Chronical obstructive pulmonary disease“, also der chronischen Bronchitis mit verengten Atemwegen und Luftnot) zeigten sich ganz klar eine Steigerung der Lebensqualität und der allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit, eine Verbesserung von Kraft und Ausdauer der Bein- und Armmuskulatur und eine Verringerung von Atemnot. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen sowie der Behandlungstage im Krankenhaus waren ebenfalls reduziert. Auch kam es zur Abnahme von COPD-assoziierter Angst und Depression.

Therapien

Therapiebausteine

Fachärztliche Optimierung
der medikamentösen und nicht medikamentösen Therapie

Patientenschulung
theoretisch und praktisch

Raucherentwöhnung

Atem-/Physiotherapie
mit Erlernen Luftnot mindernder Atemtechniken, Verbessern des Schleimmanagements (autogene und Lagerungsdrainage, Huffing, Hilfsmittel), Reizhusten mindernde Techniken, Lösen muskulärer Verspannungen, Reflektorische Atemtherapie u. a. m. Gruppenphysiotherapie als Hocker-, Thorax-, Trainings- , Wasser-, Wirbelsäulen- und Venengymnastik

Trainingstherapie
individuell angepasst mit Steigerung der Gehfähigkeit, Kraft und Ausdauerleistung unter anderem als Fahrradergometer- und Gerätetraining

Inhalationstherapie
für die oberen und unteren Atemwege in verschiedenen Varianten mit und ohne Medikamente auch mit Emser Sole

Balneo-/Physikalische Therapie
mit Wärme, muskelentspannender Medijetliege, Massage (verschiedene Formen, auch Fußreflexzonen), Lymphdrainage, Kneipp, Elektrotherapie, Bäder u. a. m.

Ergotherapie
mit Training der alltäglichen Aktivitäten, des Gleichgewichts, des Gedächtnisses, Hilfsmittelberatung u. a. m.

Logopädie
mit Verbesserung des Sprechens und Schluckens

Psychologische Hilfen
mit Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Autogenes Training), Einzelgesprächen und psychoonkologischer Unterstützung zur Besserung der Krankheitsverarbeitung, von Ängsten, Depression und des Stressmanagements

Ernährungstherapie
bei starkem Untergewicht (Kachexie), Übergewicht (Adipositas), Diabetes u. a. m. Eine Lehrküche für praktische Übung ist vorhanden.

Sozialberatung
mit Einleitung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, Hilfe bei Schwerbehinderung, Pflege- und Hilfsmittelbedarf, weitergehende Unterstützung für die Zukunft u. a. m.